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6. März 2012

BANGALORE (02.03. bis 04.03.2012)


Die Enttäuschung ist groß - wieder eine Absage seitens des Krankenhauses, wieder einmal Warten bis Mittwoch, um dann vielleicht doch eine Zusage zu bekommen. Mittwoch ist Dead-Line. Wenn es bis dahin keine positiven Nachrichten gibt, suchen wir ein neues Krankenhaus oder lassen es ganz sein. Es ist immer schwer zu entscheiden - einerseits wird einem wieder Hoffnung gemacht, andererseits haben wir jegliche Hoffnung schon verloren. Es ist mittlerweile schon viel Zeit vergangen, in der wir hingehalten wurden, sodass sich nur noch eine zweiwöchige Famulatur lohnt. Schade, dass unsere Hoffnungen immer wieder geschürt wurden, um dann doch wieder enttäuscht zu werden...

Was würdet ihr tun? Wir wissen langsam wirklich nicht mehr weiter...

Nichtsdestotrotz versuchen wir wenigstens ein bisschen die Zeit hier zu geniessen und das Beste daraus zu machen, auch wenn es manchmal nicht leicht fällt zu entspannen, v.a. weil der ganze Wirbel um die Famulatur doch sehr belastend ist.

Deswegen haben wir beschlossen das Wochenende nach Bangalore zu fahren und somit den einen freien Tag mehr mit auszunutzen.
Los gings dann am Freitag früh, nachdem wir uns noch Donnerstag Abend auf dem Busbahnhof über die Abfahrtszeiten informiert haben.
Das hatte dann soweit auch alles geklappt. Die Männer vom Busbahnhof waren sehr freundlich und hilfsbereit, sodass wir unseren Bus gar nicht verpassen konnten ;). Wir waren dann auch so ziemlich die Einzigen im Bus, wobei der Bus unterwegs in verschiedenen Städten noch angehalten hat und dort noch ein paar Inder aufgegabelt hat.



unterwegs aus dem Bus raus fotografiert:
beeindruckende Fortanlage bei Gingee


Reisfelder




Die Busfahrt an sich war sehr abenteuerlich und je später der Tag wurde auch umso heißer... Es war halt nur ein normaler Linienbus, wo die einzige Klimaanlage das Öffnen der Fenster war. Stoßdämpfer kannte der Bus auch nicht, und da die Bundesstraßen in Indien auch sehr vielgestaltig sind - von asphaltiert bis Schotterweg durchs Dorf - tat uns dann auch dementsprechend irgendwann der Rücken weh...
Aber ansonsten hatten wir Glück - Pullerpausen hat der gute Busfahrer eingelegt, auch wenn man dann wieder Erfahrungen mit indischen Loch-Toiletten sammeln durfte... Aber immer noch besser als gar nichts, wobei es sogar "Rasthöfe" gibt, wo nicht mal die indischen Frauen die Toiletten nutzen, sondern dann ins Gebüsch gegangen sind, weil es so ecklig war (aber da musste ich zum Glück nicht ^^).
Insgesamt sind wir 8 1/2 Stunden gefahren und waren dann gegen halb sechs in Bangalore. Nachdem wir wieder stundenlang mit den Riksha-Fahrern verhandeln musste haben wir es auch bis ins Hotel geschafft. Das war eigentlich ganz nett und auch recht sauber.

Da wir den Abend noch nutzen wollten sind wir in die Stadt gefahren. Eine große Einkaufsstraße ist die Mahadma Gandhi Road (die es so gut wie in jeder Stadt gibt, kurz MG Road).

MG Road am Tag
Die Geschäfte, die es dann dort aber gab, waren irgendwie nicht so toll, sodass wir dann irgendwann in eine Seitenstraße abgebogen sind. Dort kam dann das pulsierende Bangalore zum Vorschein - riesen Leuchtreklamen, viele auch uns bekannte Geschäfte, Shopping Malls, Kneipen und viele junge Inder. Vor allem die Frauen sind in Bangalore doch sehr modern angezogen - die Jeans und ein Shirt wechseln den Sari ab...
Gegessen haben wir dann im "The Only Place" - leckere Steaks und Salate gab es. Rückzu haben wir dann beschlossen noch in einen Pub zu gehen. Der war richtig urig, dunkel und verräuchert und es gab laut 80er Jahre Rock-Mucke... Irgendwie fahren die Inder total auf so alte Musik ab, auch die Beatles und ABBA sind ganz groß in Mode hier (neben dem Bollywood-Zeugs).
Das Lustigste war aber, dass gegen halb zehn alle schon stockbesoffen oder bekifft waren. Selbst die Kellner sind nur noch schwankend zu den Gästen gelaufen. Für unsere Unterhaltung war also gesorgt :D (Ladenschluss ist dann aber auch schon halb zwölf). Das Bier war super günstig - für ein Glas haben wir 48 Rs. bezahlt (ca. 70 cent).
Als wir dann gegangen sind und wir schon fast an der Riskha waren hat uns noch ein Inder aus dem Pub angesprochen, der uns wohl die ganze Zeit hinterher gelaufen ist (er hätte ja auch gleich im Pub fragen können...), ob wir nicht mit ihm und seinem Freund den Abend verbringen wollen... Da er ganz nett aussah und wir ja auch aus einem sozialen Grund hier Indien sind, sind wir nochmal mit ihm zurück in den Pub gegangen ;) Und unserem Karma hat das bestimmt auch nicht geschadet...
Die Unterhaltung war dann ganz nett, auch wenn natürlich gleich wieder die Hitler-Frage kam... Nachdem wir sie aber gefragt haben, ob sie denn überhaupt wissen was Hitler gemacht hat, waren sie schnell ruhig. Da mussten wir sie erstmal aufklären und da waren sie ordentlich geschockt... Die Inder muss man nicht verstehen... Da es mit der Zeit ziemlich öde wurde haben wir uns schnell wieder verdrückt und sind ins Hotel zurück.

Am nächsten Morgen ging es dann auf Seightseeing-Tour.
Erste Etappe war der riesige botanische Garten (39ha) - Lalbagh Botanical Garden. Da kann man schön entspannen und vom stressigen lauten indischen Alltag fliehen. Im Schatten der Bäume war es dann auch angenehm kühl. An dem großen See gabs dann ungaublich viele Adler, was mich sehr verwundert hat. Soviele auf einem Haufen habe ich noch nie gesehen.

sind die Gartenzwerge nicht wunderschön?!






^.^


Dann gab es noch diverse Obststände, wo wir von einer gut riechenden runden grünen Frucht mit rotem Fruchtfleisch probiert haben. Mittlerweile wissen wir, dass das Guaven sind ;). Hier in Pondi gibts aber leider nur die mit dem hellen/weißen Fruchtfleisch, die leider nicht so aromatisch wie die Roten sind.


Weiter ging es dann zum Nandi-Tempel (Stiertempel), der unmittelbar neben dem Doda-Ganesha-Tempel lag. Den haben wir aber gar nicht gefunden...
Der Nandi-Tempel stammt aus dem 16. Jahrhundert und enthält einen riesigen (wie es der Name schon sagt) aus einem Granitblock geschlagenen Stier. Im Tempel empfingen uns dann ein Hindu-Priester, der uns dann auch so ein roten Bindi-Punkt auf die Stirn drücken wollten. Haben wir dann aber freundlich abgelehnt.




Trommelanlage... mehr sag ich nicht zu... ^^
Dann wollten wir eigentlich zum Palast Tipu Sultans. Der nette Riksha-Fahrer meinte aber, dass der am Wochenende geschlossen ist. Dafür bot er uns aber eine Stadttour für grad mal 30Rs. an (sonst zahlen wir meistens für eine Strecke fast 100Rs.). Nachdem wir uns tausendmal vergewissert haben, dass er das auch ernst meinte, haben wir uns auf den Deal eingelassen, allerdings mit dem Hintergedanke, dass es da bestimmt noch einen Haken gibt. Und so sollte es dann auch sein. Bedingung war, dass wir an fünf Souvenir-Läden anhalten und für ihn Visitenkarten dort einsammeln, weil er dafür kostenlos Benzin bekommt.


Vorbei am städtischen Markt (Krishnarajendra Market) ging es zum Fort von Bangalore. Allerdings gab es da, außer ein paar Mauern, nicht viel zu sehen.

da hat sich die Viki doch tatsächlich aufs Bild geschummelt...


Nächstes Etappenziel war dann die riesige Dschamid Masjid - eine Moschee, wo aber der Eintritt für Frauen verboten ist. Mpf! Von außen sah sie aber sehr gewaltig aus und sah vor allem wirklich mal nach Moschee aus (also zumindest so, wie ich sie mir immer vorstelle). Die Moscheen, die wir bisher gesehen haben, bestanden meistens aus einem riesigem Innenhof und nur einer kleinen Ecke zum Beten. Aber vielleicht habe ich da auch einfach nur falsche Vorstellungen...



Nachdem wir uns noch das Parlament angeschaut haben ging es dann an diese Souvenir-Läden.

  
rein durften wir leider nicht
Anfangs noch relativ motiviert hatten wir spätestens nach dem dritten die Schnauze voll... Es gab halt immer das Gleiche und kaum waren wir im Laden: "How are you? Where are you from?"... Blablabla... Einheitsbrei! Nervig! Argh! Wir ein bisschen Interesse gezeigt, nach der Visitenkarte gefragt, "vielleicht kommen wir ja zurück, da brauchen wir ja ihre Adresse" und schnell wieder raus... Der Riksha-Fahrer hat sich natürlich wie Bolle gefreut, vor allem auch, weil wir ihm mehr Karten besorgt haben, als er wollte. Dafür mussten wir dann aber auch nicht die Fahrt bezahlen. Unsere Bedingung war dann aber auch, dass er uns am nächsten Morgen vom Hotel abholt und zum Busbahnhof fährt. Hat er natürlich eingewilligt...

Nach unserer Seightseeing-Tour wollten wir eigentlich ins Kino uns einen Bollywood-Film anschauen. Rausgesucht hatten wir uns eins in einer großen Shopping-Mall, in der Hoffnung, dass sie Filme mit englischen Untertiteln zeigen. War dann natürlich nicht so. Dafür waren wir ein bisschen Shoppen ;).
Gegessen hatten wir Abends wieder im "The Only Place", da es gleich um die Ecke lag und wir es so lecker da fanden.

Sonntagmorgen - der Riksha-Fahrer ist natürlich nicht gekommen - ging es dann zurück zum Busbahnhof, mit der bangen Hoffnung einen Bus zurück nach Pondi zu bekommen. Letztendlich hatten wir aber Glück und haben noch zwei der letzten Plätze ergattern können. Und wenn, dann schon richtig - mit einem Luxusbus mit Klimaanlage, Filmchen gucken und kostenlos Wasser ging es dann in 8 Stunden zurück nach Pondicherry.
Abends gab es dann lecker Salat, den wir vorher noch in unserem Lieblings-Obst-und-Gemüse-Laden gekauft haben. Es ist unglaublich, wie wenig man dafür hier bezahlt (auch im Vergleich zu den Straßenverkäufern). Für eine riesige Tüte voller Obst und Gemüse haben wir grad mal 3€ bezahlt.



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