MENÜ

STARTSEITEKONTAKTIMPRESSUM

1. März 2012

MUMBAI (21.02. bis 24.02.2012)

Die zwei Mädels alleine unterwegs - in Big City Mumbai!

1. Tag

Flieger geht erst 14 Uhr - also nochmal schön ausschlafen. Nachdem wir uns dann noch mit dem Hotel wegen dem Transfer zum Flughafen rumstreiten mussten (es geht auch nicht ohne irgendwelche Probleme hier in Indien), weil der eigentlich im Preis mit drinne war, was die natürlich nicht so gesehen haben, ging es dann gegen Mittag Richtung Flughafen. Im Taxi dann der nächste Schock: Air India fliegt vom internationalen Flughafen ab (der Flug für uns Mädels) und der Spice Jet-Flug von Konrad vom Domestic-Flughafen (sind im Prinzip unterschiedliche Terminals, die aber weit auseinander liegen). Also mussten wir hier schon getrennte Wege nehmen, obwohl wir dachten wir könnten gemeinsam auf die Flugzeuge warten. Nachdem wir Kon dann am Terminal 1 abgesetzt haben mussten wir Mädels dann irgendwie noch zum Terminal 3 rüberdüsen. Da der Taxifahrer einen krassen Preis dafür verlangt hat und uns ein Flughafenmitarbeiter den günstigen Shuttlebus empfohlen hatte sind wir zur Bushaltestelle gestapft. Dort angekommen fuhr natürlich kein Bus und die Polizisten die dort standen haben uns dann noch Panik gemacht, dass wir doch schleunigst zum Terminal sollten, wenn wir unseren Flug noch bekommen wollen. Wir also total panisch zu den Prepaidtaxis, wo wir letztendlich den selben Preis bezahlt haben, den wir auch dem ersten Taxifahrer hätten bezahlen müssen. Das Einchecken ging dann zum Glück recht schnell, sodass wir uns noch schnell im Duty Free Shop mit Schokolade eindecken konnten - nachdem Stress brauchten wir das einfach ;)

In Mumbai angekommen hat uns die Hitze erstmal total erschlagen. Da es im Norden eher noch kühl ist (v.a. nachts) war das natürlich ein ganz schön krasser Gegensatz.
Mit dem Taxi (nachdem wir uns diesmal direkt und ausführlichst über unseren Rückflug informiert haben ;)) ging es dann quer durch das riesengroße Mumbai an die Südspitze - das sogenannte South Mumbai in das Viertel Churchgate. Nachdem wir gelernt haben unsere Erwartungen runterzuschrauben und immer vom schlimmsten auszugehen, waren wir hier doch sehr überrascht.



Gerade der Süden von Mumbai, also die eher feineren Viertel, stehen im totalen Kontrast zum restlichen Indien. Doch sehr saubere Straßen, ein einigermaßen geregelter Verkehr, kaum Bettler und eher moderne Inder (also auch mal Frauen in Jeans und Tshirt, anstatt einem Sari). Hier konnten wir uns die nächsten Tage wohlfühlen und es kam auch mal Urlaubsfeeling auf.
Das Hotel war dann auch super (auch wenn wir Kacheln an der Wand hatten) - es war sehr sauber, wir hatten ein ruhiges Zimmer, ein für indische Verhältnisse super tolles Bad und auch der Service stimmte (es gab doch tatsächlich kein einziges Problem während unseres Aufenthaltes). Was anderes haben wir für den doch etwas teureren Preis nicht erwartet, und somit waren wir mehr als zufrieden.
Da wir mit dem Taxi doch sehr lange bis zum Hotel gebraucht haben (ca. 1 Stunde bei wenig Stau - da erkennt man mal die Dimensionen der Stadt - und der Flughafen liegt in der Stadt, nicht außerhalb) und es auch schon spät war, sind wir nur kurz an die westliche Küste gelaufen, um uns kurz noch an die Promenade zu setzten.


Danach gings noch schnell in einen kleinen, aber feinen Supermarkt, wo wir uns mit dem nötigsten ausgestatten haben. Das klingt vielleicht komisch, aber das war mal wieder ein tolles Erlebnis, weil es der erste Supermarkt auf unserer Reise war. Und dabei kommen die indischen Supermärkte nicht mal annähernd an unsere europäischen ran.

2. Tag

Nachdem wir früh noch schnell bei der Bank waren um eine Einzahlung für eine Freundin zu machen (und das hat sage und schreibe nur eine Viertel Stunde gedauert!! Man mag es kaum glauben - sowas in Indien! Eigentlich unfassbar) sind wir zum Gateway of India gefahren.

Gandhi-Statue

Gateway Of India
Dieser Triumphbogen wurde zu Ehren Georg V. erbaut (1924 fertiggestellt) und steht an der Spitze des Apollo Bunders im Viertel Colaba. Dort sollte dann auch unser kleiner Stadtspaziergang inklusive der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Süd-Mumbais starten. Denn das Tolle an Süd-Mumbai ist, das man so ziemlich fast alles zu Fuß erreichen kann und sich somit das Geld für die Taxis spart (Rikshas dürfen nicht bis nach Süd-Mumbai fahren), wobei die hier unglaublich günstig waren, da alle mit Taximeter gefahren sind (wobei man die Fahrer natürlich immer freundlich daraufhinweisen musste, diese auch anzustellen) und sie uns somit nicht bescheissen konnten.

das berühmte Hotel Taj Mahal Palace
Nachdem wir in ein paar Shops waren, die aber eher enttäuschend waren, haben wir das - und jetzt kommt ein Knallername - Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya (früher Prince-Of-Wales-Museum - hätten sie den Namen mal beibehalten...) besucht. Also kurz gefasst ein Museum, welches verschiedene Statuen, Terrakottafiguren, Minigemälde, Porzellan und Waffen beherbergt (und auch eine deutsche Ausstellung - da ist ein bisschen Heimatssehnsucht aufgekommen!). Insgesamt war es sehr interessant und vor allem schöner als das Museum in Delhi.
Weiter gings dann durch die Straßen in Mumbai zur Knesseth-Eliyahod-Synagoge.


Ein kleines Kontrastprogramm zum restliche braun-grauen Mumbai - babyblau strahlte sie uns an :). Das Innere war dann auch ganz putzig - Halogenlampen im Kronleuchter haben auch einen gewissen Touch... Aber ansonsten sehr niedlich und schön.


Vorbei am Flora-Fountain, benannt nach der römischen Göttin der Blumen und des Getreides, ging es zur St.-Thomas-Kathedrale, das älteste englische Bauwerk in Mumbai.


Natürlich konnten wir das Shoppen nicht lassen, wir sind ja auch nur Mädels, und waren dann noch im wirklich großen Fabindia-Shop. Der Laden hats uns wirklich angetan - sehr schöne indische Klamotten, schöner Schmuck und auch Haushaltsware, die zwar insgesamt etwas teurer sind, aber dann halt auch von sehr guter Qualität. Zum Glück gibts auch in Pondicherry einen ;)
Auf unserem Weg gings dann noch vorbei am High Court und an der Universität, um dann letztendlich wieder in Churchgate zu landen.




Unterwegs waren wir mal wieder mutig und haben Zuckerrohrsaft ausprobiert, der an fast jeder Straßenecke verkauft wird und sogut wie gar nichts kostet (ein großes Glas hat uns 15 cent gekostet). Der Saft hat ein bisschen nach Caipirinha geschmeckt, aber man muss ihn nicht unbedingt ein zweites Mal haben...


Abends waren wir dann in einer Pizzeria mit Meeresblick, um uns vom indischen Essen zu erholen ;). Gegessen haben wir Salat bzw. Spagetthi Carbonara. Lustig war, dass auf der Straße vor dem Restaurant ein Inder Rosen an die Autofahrer verkauft hat - "wollen du Rose kaufen?!... " ;)

3. Tag

Nach dem üblichen Frühstück - und ja es hängt uns langsam zum Halse raus - ging es wieder zum Gateway of India, weil von dort die Boote zur Elephanta Island starten. Zusammen mit dem schmierigsten indischen Bootsführer überhaupt ging es dann mit dem Schiff innerhalb von einer Stunde zum UNESCO-Welterbe 9km nordöstlich von Mumbai.



unser Freund ;)
Nachdem wir erst ewig den langen Bootssteg entlang laufen mussten (wir hätten natürlich aber auch mit einer total abgefräckelten Bimmelbahn fahren können), ging es dann über zahlreiche Stufen zu den Höhlentempeln, die vor allem der Verehrung von Shiva dienten.



Am beeindruckendsten war die sehr große Statue des dreiköpfigen Shivas - als Zerstörer, Schöpfer und Bewahrer des Universums (sein rechtes Gesicht zeigt den Zerstörer (Schädelkopf in der Haarkrone, spitze Eckzähne), das mittlere Gesicht repräsentiert den jugendlichen Shiva und das linke Gesicht seine weibliche Seite). Bei allen drei Gesichtern sind die Augen geschlossen - Shiva ist in sich gekehrt, konzentriert und somit nicht aktiv.


Der für die Hindus wichtigste Teil des Tempels (heute zählt es eigentlich nicht mehr als Tempel, da die Figuren teilweise zerstört sind) ist der Shiva-Lingam-Schrein (einziger Teil der Höhle, der noch als Tempel gezählt wird - also Schuhe ausziehen!), ein in alle vier Himmelsrichtungen geöffneter Raum. In der Mitte befindet sich auf einem kleinen Podest das Lingam, Phallussymbol Shivas (den Shiva wird nur symbolisch verehrt, nicht bildhaft).


 Direkt am Eingang der Höhle befinden sich Yogeshvara ("Herr der Yogis") und Nataraja ("Herr des Tanzes").

Nataraja
Yogeshvara
Desweiteren gab es eine Statue Shivas in der Gestalt des Bhairava, wie er einen Dämon tötet. Die Schale in der linken Hand soll das Blut des Dämons auffangen. Die zerstörerische Art wird durch die hervorgetretenen Eckzähne Shivas sichtbar.


Ein weiteres Wandbild zeigt die Hochzeit Shivas mit Parvati. Hinter ihr steht ihr Vater Himalaya.


Am nächsten Wandbild erkennt man die Bändigung der Flussgöttin Ganga durch Shivas Asketenhaare (Vater von Ganga ist ebenfalls Himalaya / die Quelle des Ganges liegt im Himalaya). (lustige Story: wir hatten eine indische Reiseführerin, die uns zu allen Wandbildern die Geschichte erzählt hat. An diesem Wandbild hatte sie uns zwei direkt angesprochen, ob wir denn den Ganges (auf englisch) kennen. Und da wir sie immer nicht verstanden hatten bzw. dachten sie fragt uns nach irgendwelchen indischen Göttern fragt, haben wir immer nein gesagt, bis wir dann irgendwann gecheckt haben, dass es um den Fluss Ganges ging... War natürlich megapeinlich! ;))


Shiva als Gott Ardhanarishvara ("der Herr, dessen Hälfte eine Frau ist) - die Vereinigung zweier Gegensätze, was somit die komische Harmonie symbolisiert. Die weibliche Hälfte mit weiblichen Busen, ausladender Hüfte und einem Spiegel in der Hand.


 Auf dem vorletzten Wandbild erkennt man Shiva und Parvati. Jedes Wandbild soll eine bestimmte Botschaft übermitteln. Dieses Wandbild vermittelt die Botschaft Akzeptanz.


Das letzte Wandbild zeigt Shiva im Kampf mit dem Dämonen Ravana. Ravana versucht den Berg Kailasa zu stämmen (um somit die Ruhe Shivas, seiner Frau und damit auch den Weltfrieden zu stören). Shivas Kraft ist jedoch größer und drückt von oben den Berg wieder herunter.


Abgesehen von der Haupthöhle gab es noch einige Nebenhöhlen, die aber weniger spektakulär waren bzw. man da nicht viel sehen konnte.



Nachdem wir noch ein bisschen die Aussicht von dem Berg aufs Meer genossen haben, ging es dann mit dem Boot wieder zurück nach Mumbai. Und natürlich hatten wir Glück (wie sollte es auch anders sein) und durften mit dem gleichen Bootsführer zurückfahren. Aber so hatten wir wenigstens unseren Spass...


Weil wir noch Zeit hatten sind wir mit dem Taxi zum Victoria Terminus (heute eigentlich Chhatrapati Shivaji Terminus CST), einem alten Bahnhof, der von einem englischen Architekt erbaut wurde (auch UNESCO-Weltkulturerbe). Er soll zu den größten und geschäftigsten Bahnhöfen der Welt zählen. Wenn man vor ihm steht erscheint es einem eigentlich nicht so groß, aber als wir dann an der Längstseite entlang gelaufen sind, sind einem die Dimensionen dann doch klar geworden.




Insgesamt besitzt Mumbai eine erstaunliche Mischung aus vielen gothischen Gebäuden (deswegen wird Mumbai manchmal auch als "gotische Stadt" bezeichnet) und auch indischer Architektur. Wenn man durch den Süden läuft hat man nicht wirklich den Eindruck sich mitten in Indien zu befinden.


Zum Schluss waren wir dann noch auf dem Crawford Market (Mahatma Phule Market). Es war gar nicht so einfach ihn zu finden, weil er in einer großen Halle versteckt ist, die aber von außen sehr unscheinbar ist. Nachdem wir dutzend Inder nach dem Weg gefragt hat haben wir ihn letztendlich doch noch gefunden. Gerade die Gemüseabteilungen waren sehr schön und farbenfroh.

Auf dem Weg zum Crawford Market



 In der Obstabteilung haben wir uns dann Alphonso gekauft - König der Mangos. Sehr klein und teilweise auch schrumbelig aber unglaublich intensiv im Geschmack (und Abfärben tuts auch noch - nach dem Essen hatten wir ganz gelbe Finger...). Und nachdem man uns an einigen Ständen die Mangos für unglaublich viel Geld verkaufen wollten, haben wir dann doch noch einen sehr netten Verkäufer gefunden, der uns 4 Alphonsos für einen vernünftigen Preis verkauft hat.


Abends waren wir noch mal in der Pizzeria essen, weil wir das Ambiente da so schön fanden und auch noch mal westlich schlemmen wollten. Diesmal gab es Pizza Hawaii und Pizza mit Paprika, Bacon und Salami.

4. Tag

Da der Rückflug erst abends 17.50 Uhr ging sind wir gegen Mittag nochmal mit dem gesamten Gepäck zur Haji-Ali-Moschee gefahren. Die Moschee liegt vor der Küste West-Mumbais und wird durch einen langen Steg mit dem Festland verbunden. Die Umgebung und auch das Wasser waren unglaublich dreckig gewesen. Wir hatten alledings Glück, da grade Flut war, sodass der Müll sich nicht allzu sehr angesammelt hat (sondern sich schön im Wasser verteilt hat ;)).






Da wir diesmal auf Nummer sicher gehen wollten und der Weg zum Flughafen gerade bei starkem Verkehr doch sehr weit sein kann haben wir beschlossen dann direkt zum Flughafen zu fahren. Der erste Taxifahrer war eine totale Null und wollte uns von vorne bis hinten Verarschen und Umwege fahren (wird ja nach Strecke bezahlt), sodass wir ihn dann irgendwann zum Anhalten gezwungen haben. Es war sehr schwer mit ihm zu kommunizieren, da er kein Wort Englisch konnte und uns die ganze Zeit auf Hindi vollgequatscht hat und wir das dann ja auch nicht verstanden haben.
Beim zweiten Taxifahrer hatten wir Glück, denn der hat uns zuverlässig und auf direktem Weg zum Flughafen gefahren.

es ist genau gegensätzlich ;)
Am Flughafen gabs dann auch noch mal Verwirrung und Chaos, da sich unser Flugzeug verspätet hatte es aber nirgends abgezeigt wurde. Nachdem wir zig-mal das Gate wechseln mussten saßen wir dann doch irgendwann im richtigen Flugzeug und sind mit fast zwei Stunden Verspätung in Chennai gelandet.

Und am nächsten Tag sollte es dann ja schon nach Pondicherry gehen...





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen