Gestern Abend haben wir noch unseren heutigen Trip nach My Son gebucht. Das heißt also wieder früh aufstehen, weil 8 Uhr der Bus geht (wir hätten auch den 5Uhr Bus nehmen können...).
My Son ist eine ehemalige Tempelstätte der Cham-Kultur und liegt ca. 50km von Hoi An entfernt. Die Cham sind ein Reisbauervolk Südostasiens, welche ursprünglich aus Java, Indonesien kommen. Heutzutage leben sie vor allem in den Regionen des Mekong-Deltas und machen an der Gesamtbevölkerung Vietnams gerade mal 1% aus. Die Kultur ist sehr indisch beeinflusst, was sich vor allem in der Übernahme der hinduistischen Religion und der Verehrung des Gottes Shivas widerspiegelt. Im 15. Jahrhundert kam es zum Untergang der Cham-Kultur und zu dem Verlassen der Tempelstätten in My Son.
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| immer fleissig am arbeiten... |
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Es soll Menschen geben, die noch nie von einer Mimose gehoert haben...
Daraufhin gerne Schlangenbildung auf dem Pfad... |
In My Son, das eher an die Bauten von Angkor Wat der Khmer erinnern soll, sollen bis zu 70 Gebäude gestanden haben. Während der französischen Kolonisation wurden die Gebäude durch einen Franzosen zufällig bei der Jagd entdeckt. Selbst die Einwohner in diesem Gebiet wussten nichts mehr von der Tempelanlage. Daraufhin starteten Ausgrabungen, die die fast noch komplett erhaltene Stadt hervorbrachte. Erst durch den Vietnamkrieg und die Zerbombung durch amerikanische Flieger (das konnte unser Guide nicht oft genug hervorheben, selbst die Amerikaner aus unserer Reisegruppe haben sich irgendwann lustig drüber gemacht) wurde ein Großteil der Gebäude (50 von 70) zerstört (viele Vietcongs versteckten sich in dem Waldgebiet um My Son). Auf dem Gelände sind auch heute noch viele Bombenkrater zu sehen.
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| Bombenkrater |
Nach dem Krieg begannen neue Ausgrabungen und Restaurationen und vor allem die Bereinigung des Gebietes von Landminen, an welchem sich u.a. auch ostdeutsche Soldaten unterstützt haben.
Aktuell laufende Restaurationen sind leider nicht so erfolgreich (was den Erhalt über Jahre anbelangt), da die Zusammensetzung der durch die Cham benutzten Mörtelsubstanz zwischen den Ziegeln bisher noch nicht herausgefunden wurde. Denn erst diese bedingt die gute Erhaltung der einzelnen Häuser bis in unseres Jahrhundert. Dies kann man in verschiedenen Häusern auch noch an den Gemäuern sehen (siehe Foto).
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| links mit Moos sind aktuelle Restaurationen, rechts Original |
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| links Original, sehr enge Fugen; rechts Restauration |
Die meisten Gebäude in My Son galten der Verehrung Shivas, welche durch ausführliche Priesterzeremonien zelebriert wurden.Gegen 14 Uhr sind wir mit dem Bus wieder in Hoi An angekommen, nachdem wir uns die Ruckreise mit dem Boot und der damit verbunden Touristenabzocke, gespart haben...
In Hoi An haben wir uns dann bei Kimmy Tailor, eine der bekanntesten Schneidereien der Stadt, durch abertausende Klamottenkataloge gewühlt, Stoffe angegrabbelt und uns vermessen lassen. Ganz schön anstrengend so ein Maßanzug. Erste Anprobe wurde dann direkt auf keine 18h später angesetzt. Flink sind sie ja, die Vietnamesen. Muss man ihnen lassen. Zahlen sich die kleinen Finger auch mal aus.
Danach sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gebummelt und waren Abends im Lowlands essen. Für die direkte Lage am Flussufer hatte der Laden sehr moderate Preise und geschmeckt hats auch noch. Diesmal gab es wieder eine regionale Spezialität: White Rose, eine Art Shrimp-Kloss umhüllt von Reispapier. Abends waren wir wieder Cocktail trinken, denn auch wenn die hier so billig sind, werden Touristen oft mit Happy Hour (welche oftmals den halben Tag lang geht) angelockt. Für uns gabs dann also 2 Cocktails zum Preis für einen - bidde!
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